Um 7.45Uhr wurden wir von dem bis auf zwei Plätze belegten
Bus abgeholt. Eines der Crewmitglieder, die sich später auch als die Fotografin
herausstellte, erklärte einige Dinge zum Ablauf der Tour, während wir zum
Bootsanleger fuhren.
Wenn heute alles gut laufen würde, würden wir sie heute
sehen: Walhaie!
Die erste Tour der Saison war zwei Tage vorher gestartet und
hatte zwei Walhaie gefunden. Mit einem Glasbodenboot ging es für uns 19
Teilnehmer auf das größere Schiff, wo wir sehr herzlich von der sieben Köpfigen
Crew empfangen wurden. Wenn das Glück an diesem Tag auf unserer Seite ist,
würden wir sie nicht nur sehen, sondern auch mit Walhaien schwimmen.
Da wir bei solchen Touren ja nicht immer von Glück verfolgt
sind, war Tino etwas dagegen gewesen, aber im Falle einer Nichtsichtung, könnte
man die Tour einmal wiederholen.
Wir wurden also kurz gebrieft, auf was wir achten sollen,
was wir beim Schwimmen nicht dürfen (das Reiten auf dem, Walhai ist zum
Beispiel komischer Weise verboten) und dann wurde das Schnorchelzeug verteilt.
Der erste Programmpunkt der Tour war eine Schnorcheltour
innerhalb des Riffs an den Turtles Heads. Wirklich ein schönes Schnorchelgebiet
mit vielen Korallen, die dicht an die Oberfläche kamen und zahlreichen bunten
Papageienfischen, die an diesen nagten. Allerdings gab es auch einige Quallen,
die man allerdings gar nicht wahrnahm.
Wir konnten in Zweiergruppen frei um her schwimmen und uns
Zeit lassen.
Die Fotografin schwamm zwischen uns rum und hielt das ein
oder andere fest. Ein großer Rochen passierte die Gruppe auf dem Weg zum Boot.
Gegen 10 Uhr startete dann das Spotterflugzeug, was die
Walhaie aus der Luft ausmachen sollte.
Wir genossen bei der Rausfahrt aus dem
geschützten Riff (das Meer war hier platt wie eine Flunder) den Morgentee und
sahen zu meiner großen Freude ein paar Dungongs, die ich zuvor in Shark Bay
leider nicht sehen konnte. Wir kennen diese Tiere eher als Seekühe und sie
grasen den Meeresboden nach Seegras ab.
Sobald wir aus dem Riff raus waren, wurde der Wellengang
stärker. Uns wurde gesagt, dass das Flugzeug einen Walhai gefunden habe und wir
sahen schon, wie es über dem Meer kreiste. Die Aufregung war auf dem gesamten
Boot zu spüren und jeder hielt die Augen offen. Die Gruppe wurde geteilt, da
immer nur 10 Menschen mit einem Walhai tauchen dürfen. Tino und ich waren in
der zweiten Gruppe. Dabei ging es einfach um den Anmeldezeitpunkt und wir
hatten die vorletzten Plätze der Tour erwischt.
Das Wasser war jetzt nicht mehr türkis sondern dunkelblau.
Da hatten wir auch schon vorher drüber gerätselt, wie gruselig es werden würde,
einfach ins dunkle Blau zu steigen, ohne zu wissen was unter einem ist.
Als wir den Walhai dann sahen (ein jüngerer Vertreter de
rRasse und dementsprechend nicht ganz so groß), war uns klar, warum man
ein Flugzeug braucht, um diesen zu
finden.
Zwar sah man ihn vom Boot aus, aber eben nur wenn man dicht
dran war.
Der Kapitän brachte das Boot dann 30m vor den Walhai, so
dass die erste Gruppe in Schwimmrichtung aussteigen konnte und nur darauf
warten brauchte, dass das Maul vor ihnen auftauchte, dann separiert sich die
Gruppe und schwimmt im Abstand von 3 m mit dem Walhai mit.
Die erste Gruppe war also im Wasser und wir setzten uns zum
Reingehen hin. Ein kleines Boot sammelt zu langsame und müde Schwimmer ein.
Und dann gings los, ab ins Wasser und erstmal auf die eine
Seite schwimmen. Aber schon beim ersten Schwimmen gab es Chaos, weil der Walhai
die Schwimmrichtung geändert hatte und auf einmal unter einem Teil unserer
Gruppe war. Alles kein Problem, aber dieser Teil hatte den Kopf noch nicht im
Wasser und so verpassten sie eine einmalige Gelegenheit.
Wir schwammen dann mit dem Riesen mit und es ist einfach
unbeschreiblich.
Man hat keinerlei Angst oder komische Gefühle, weil unter
einem so viel sein kann, sondern sieht nur den Walhai und ist fasziniert.
Irgendwann sagt der Gruppenleiter, dass man aufhören solle
zu schwimmen und dann wird man vom großen Boot wieder eingesammelt und solange
der Walhai nicht abtaucht, wiederholt sich das mit dem Dropoff immer wieder.
Wir stiegen beim ersten Hai ca. vier Mal neu ein und das war dann wirklich
anstrengend irgendwann. Die ersten Seekranken lagen schon an Board, aber die
Sucht war da, immer wieder Schwimmen zu wollen.
Irgendwann tauchte der geduldige Riese dann doch ab, aber
der nächste, ein etwas größerer, war schon gesichtet.
Also wieder das gleiche Spiel. Dieser Walhai hatte aber nach
insgesamt vier Schwimmgruppen genug von uns und war weg.
Wirklich ein einmaliges Erlebnis und alle hatten ein breites
Grinsen auf dem Gesicht (,wenn sie sich nicht über die Reling lehnen mussten).
Anschließend gab es ein leckeres Lunch mit vielen Salaten
und dann ging es zum letzten Schnorchelgang.
Ebenfalls ein toller Spot an dem wir wieder allerhand entdeckten.
Immer wieder wurde zum Boot geguckt, was sich immer mehr füllte. Also schwammen
wir zu den anderen beiden Crewmitgliedern im Wasser, als auf einmal ein Schrei
vom Boot aus kam und alle in eine Richtung zeigten. Wir wussten nicht, was los
ist und die Crewmitglieder verstanden auch nicht, wiesen uns aber sofort an,
zusammen zu bleiben und über die Korallen zu schwimmen.
Schon ein mulmiges Gefühl, wenn man nicht weiß, was los ist
(wir waren noch zu 6. im Wasser und alle anderen starrten vom Boot aus neben
uns).
Irgendwann kam die Anweisung alle zusammen zum Boot jetzt
und da bestätigten sich die Befürchtungen. Sie hatten einen sehr großen Hai
sehr dicht neben uns gesehen (das Boot war ca. 30m entfernt und so muss der Hai
wohl wirklich groß gewesen sein). Dadurch, dass selbst die Crewmitglieder
aufgebracht waren, war das wohl schon eine haarige Angelegenheit gewesen. Aber
alles gut.
Mit einem Nachmittagssnack ging es zurück an Land und am
nächsten Tag sollte die DVD des Tages fertig sein. Die zeigen wir dann allen
Interessierten zu Hause. Zum Reinschnuppern einen von unseren Filmen:
Wir ließen den schönen Tag am Strand ausklingen, wo wir auch
noch auf Babyschildkröten hofften, denn die Schlüpfsaison ist gerade, aber
keine fanden.
Ein wirklich toller Tag!







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