Wir wurden wie fast jeden Morgen von dem Vogelkonzert um uns
herum geweckt und sahen noch die roten Wolken des Sonnenaufgangs. Die Wanderung
am Morgen war die längste im Karijini, die wir machen würden, aber auch die
leichteste. Es ging einmal durch die Schlucht von den Wasserfällen bis zum
Circular Pool und dann auf dem Schluchtplateau zurück. Für diese Wanderung
waren knapp vier Stunden von den Hinweisschildern berechnet.
Die Wasserfälle plätscherten wieder über einige Treppen in
einen Pool und der anschließende Weg führte meistens am Wasser die Schlucht
entlang.
Das ein oder andere mal balancierte man über einige Steine oder nahm
die Abkürzung durchs Wasser. Wieder eine ganz andere Schlucht als die anderen
beiden. Hier standen zahlreiche Bäume und Pflanzen neben dem Wasser. Die
sogenannten Papierrindenbäume sind dabei mit ihren weißen Stämmen am
auffälligsten.
Schon vor dem Circular Pool hörten wir durch die
reflektierenden Schluchtwände, dass dieser wohl nicht leer ist. Es hörte sich
ein bisschen an, wie in einer deutschen Badeanstalt. Als wir dann die letzten
Felsen umrundet hatten, erhaschten wir einen kurzen Blick auf den Pool, wo so
ca. 20 Leute im Wasser saßen. Scheinbar eine Reisegruppe, die gerade einen
A****bombenkontest machten. Also zogen wir uns wieder zurück und gingen die
letzten hundert Meter ohne kühle Erfrischung zurück zum Aufstieg. Dieser hatte
es wieder etwas in sich, denn die hohen Schluchtwände mussten natürlich auch
wieder erklimmt werden. Die Wanderung zurück zum Auto ging man zwischen hohem
(picksigen) Spinifex-Gras und mit einigen schönen Aussichten über die Schlucht.
Weil die Zeit drängte und das Benzin hier im Norden gut an
deutsche Verhältnisse rankommt (mit Ausnahme der Arbeiterstadt Tom Price, wo
die Minenfahrzeuge scheinbar den Preis gut drosseln können), ließen wir einen
Teil der Küstenstrecke aus und fuhren gleich weiter nach Port Hedland.
Dieses Städtchen ist ebenfalls voll im Besitzt des
rotstaubigen Eisenerzes. Das sah man schon bei der Hinfahrt. Vor uns (oder uns
entgegen) fuhren mehrere Roadtrains, die rotbestaubt mit bis zu vier Anhängern
fuhren. In Port Hedland wird das Eisenerz verschifft, ebenfalls wird Salz
abgebaut. Bei unserer Einfahrt sahen wir den heutigen Zug (denn täglich kommt
fast nur einer) mit sage und schreibe 232 Wagons (nein, die haben wir nicht
gezählt, da das ein Highlight in Port Hedland ist, steht so was im Visitor
Center). Der längste Zug, der hier mal eingefahren ist, soll 7km lang gewesen
sein. So türmten sich die Eisenerz- und Salzberge am Hafen. Viel mehr konnte
man hier nicht sehen und so fuhren wir zur Arbeiterwohnsiedlung South Hedland
um hier noch Besorgungen zu machen.
Bei der Weiterfahrt merkten wir recht schnell, dass wir
jetzt wohl eine Klimazone überwunden haben, denn der Regen zog auf. Der erste
wirkliche Regen. Im Zusammenspiel mit dem Sonnenuntergang im Rücken ein sehr
farbenprächtiges Wetterschauspiel.
Da ein Cyclone nur wenige Tage vor unserer
Ankunft in diesem Gebiet gewütet hatte, war das angestrebte Naturreservat mit Campingplatz
leider gesperrt und so wurde es während unserer Fahrt mal wieder dunkel. Wir
beschlossen dann direkt auf einem Campingplatz am Eighty Mile Beach zu campen.
Dank Gewitter, Regen und zahlreichen Kühen auf der Schotterpiste wurde die
Anfahrt noch mal sehr abenteuerlich. Erfreulicher Weise war der Campingplatz
auf „Late Arrivals“ vorbereitet und wir konnten uns einfach einen Platz suchen
und dann am nächsten Morgen bezahlen.
Alles ohne Schlüssel und Bürokratie sehr unkompliziert. Die
Küche war super ausgestattet und wir benutzten gleich den Sandwichtoaster für
unser Abendessen.










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