Mittwoch, 28. März 2012

Roter Staub


Wir wurden wie fast jeden Morgen von dem Vogelkonzert um uns herum geweckt und sahen noch die roten Wolken des Sonnenaufgangs. Die Wanderung am Morgen war die längste im Karijini, die wir machen würden, aber auch die leichteste. Es ging einmal durch die Schlucht von den Wasserfällen bis zum Circular Pool und dann auf dem Schluchtplateau zurück. Für diese Wanderung waren knapp vier Stunden von den Hinweisschildern berechnet.



Die Wasserfälle plätscherten wieder über einige Treppen in einen Pool und der anschließende Weg führte meistens am Wasser die Schlucht entlang. 


Das ein oder andere mal balancierte man über einige Steine oder nahm die Abkürzung durchs Wasser. Wieder eine ganz andere Schlucht als die anderen beiden. Hier standen zahlreiche Bäume und Pflanzen neben dem Wasser. Die sogenannten Papierrindenbäume sind dabei mit ihren weißen Stämmen am auffälligsten.
Schon vor dem Circular Pool hörten wir durch die reflektierenden Schluchtwände, dass dieser wohl nicht leer ist. Es hörte sich ein bisschen an, wie in einer deutschen Badeanstalt. Als wir dann die letzten Felsen umrundet hatten, erhaschten wir einen kurzen Blick auf den Pool, wo so ca. 20 Leute im Wasser saßen. Scheinbar eine Reisegruppe, die gerade einen A****bombenkontest machten. Also zogen wir uns wieder zurück und gingen die letzten hundert Meter ohne kühle Erfrischung zurück zum Aufstieg. Dieser hatte es wieder etwas in sich, denn die hohen Schluchtwände mussten natürlich auch wieder erklimmt werden. Die Wanderung zurück zum Auto ging man zwischen hohem (picksigen) Spinifex-Gras und mit einigen schönen Aussichten über die Schlucht.
Weil die Zeit drängte und das Benzin hier im Norden gut an deutsche Verhältnisse rankommt (mit Ausnahme der Arbeiterstadt Tom Price, wo die Minenfahrzeuge scheinbar den Preis gut drosseln können), ließen wir einen Teil der Küstenstrecke aus und fuhren gleich weiter nach Port Hedland.
Dieses Städtchen ist ebenfalls voll im Besitzt des rotstaubigen Eisenerzes. Das sah man schon bei der Hinfahrt. Vor uns (oder uns entgegen) fuhren mehrere Roadtrains, die rotbestaubt mit bis zu vier Anhängern fuhren. In Port Hedland wird das Eisenerz verschifft, ebenfalls wird Salz abgebaut. Bei unserer Einfahrt sahen wir den heutigen Zug (denn täglich kommt fast nur einer) mit sage und schreibe 232 Wagons (nein, die haben wir nicht gezählt, da das ein Highlight in Port Hedland ist, steht so was im Visitor Center). Der längste Zug, der hier mal eingefahren ist, soll 7km lang gewesen sein. So türmten sich die Eisenerz- und Salzberge am Hafen. Viel mehr konnte man hier nicht sehen und so fuhren wir zur Arbeiterwohnsiedlung South Hedland um hier noch Besorgungen zu machen.

Bei der Weiterfahrt merkten wir recht schnell, dass wir jetzt wohl eine Klimazone überwunden haben, denn der Regen zog auf. Der erste wirkliche Regen. Im Zusammenspiel mit dem Sonnenuntergang im Rücken ein sehr farbenprächtiges Wetterschauspiel. 



Da ein Cyclone nur wenige Tage vor unserer Ankunft in diesem Gebiet gewütet hatte, war das angestrebte Naturreservat mit Campingplatz leider gesperrt und so wurde es während unserer Fahrt mal wieder dunkel. Wir beschlossen dann direkt auf einem Campingplatz am Eighty Mile Beach zu campen. Dank Gewitter, Regen und zahlreichen Kühen auf der Schotterpiste wurde die Anfahrt noch mal sehr abenteuerlich. Erfreulicher Weise war der Campingplatz auf „Late Arrivals“ vorbereitet und wir konnten uns einfach einen Platz suchen und dann am nächsten Morgen bezahlen.
Alles ohne Schlüssel und Bürokratie sehr unkompliziert. Die Küche war super ausgestattet und wir benutzten gleich den Sandwichtoaster für unser Abendessen.

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