Montag, 5. März 2012

Slowly slowly

Der durchaus sinnvolle Einscheckversuch aus London mit zuerst den hintersten Reihen wurde auch in Hong Kong porbiert, wir trauten uns auch gar nicht uns anzustellen, weil wir die Nummern nicht verstanden hatten und eine Dame am Ende der Schlange augenscheinlich kontrollierte.
Sie wollte dann allerdings nur unsere Pässe mit den Tickets abgleichen und weil alles stimmte gab es 2 grüne Streifen mit einem Wachsmalstift. Garantiert fälschungssicher, sehr schlau diese überlegenen Asiaten.
Im Flugzeug konnte ich mich dann wieder nicht unter der durchaus anständigen Filmauswahl entscheiden. also guckte ich alle angefangenen Filme des Hinflugs zu Ende und versuchte bei J. Edgar nicht einzuschlafen, was wahrscheinlich weniger an dem Film, als eher an bereits fast 24 h Reise lag.
Hong Kong und Perth haben praktischer Weise die gleiche Zeitzone und so flogen wir Nachts durch und kamen um 7 Uhr in Perth an. Australien da sind wir. Und wir und die anderen 400 Passagiere (eine weitere Maschine war auch gelandet) wurden vom australischen Bodenpersonal auch freudig empfangen.
Alle nach rechts und Platz für den Hund. Der etwas gut gemeint gefütterte Labrador ging schwanzwedelnd alle Passagiere und vor allem dessen Hosentaschen ab und wurde dabei auch nicht müde. Ich hatte immer was von Pausen für die Hunde im Kopf, aber auch nach einer guten Viertelstunde war er ohne wirkliche Bestättigung dabei.
Was er genau suchen sollte, war uns noch nicht klar. Ich kannte das von Sydney als Nahrungsmittelsuche... Da Australien eine Insel ist, gibt es hier besonders strenge Quarantänebestimmungen.
Nahrungsmittel sind tabu, zumindest wird man immer nur nach "Food" gefragt und wir haben sicherheitshalber am Anfang alles Essbare weggeschmissen.
Aber schlussendlich war er wohl doch auf normale Dinge, wie Drogen aus. Ich war erstaunt, dass scheinbar alle "sauber" waren.
In der Reihe ging es dann seeeeeehr langsam voran, weil immer irgendwas schief lief oder der eine Zollbeamte scheinbar Spaß daran hatte, die Leute vor ihm zu interviewen und mit ihnen zu scherzen.
Dann waren wir endlich an der Reihe um durch die Einreise zu gehen und was machten wir, na klar hielten den ganzen Laden noch etwas mehr auf. Unsere elektronischen Touristenvisa trugen unsere beiden mittleren Namen nicht. Na toll, da bezahlt man schon dafür, dass ein Reisebüro ein eigentlich kostenloses Visa ausstellt und dann das.
Die Frau vom Pult schrie nur "Immigration" nach hinten und schwups hatten wir eine zugewiesene Dame, die uns versicherte dass alles nicht lange dauern würde und sie das schnell ändert.
Es ging auch wirklich schnell, brachte uns aber einen Immigrationstempel auf unsere Einreisekarte (auf der man zum Beispiel angibt, dass man keine Lebensmittel dabei hat und keinen Sand unter den Schuhsohlen). Nach dem Erhalt ging es dann weiter zur nächsten Schlange, die sowas von geschickt geleitet wurde, dass man am Anfang dachte, man sei gleich dran. Ja gleich war dann wieder eine viertel Stunde später und dank dem Stempel durften wir uns hinter einigen asiatischen Familien anstellen, die scheinbar das komplette Babyequipment für ihre inder einführen müssen. Vor uns wurden Pakete aufgerissen und Koffer durchwühlt.
Unsere fuhren über das Scannerband und die wirklich sehr nette Dame sagte, dass alles gut aussehe und sie sich bei uns für die Warterei entschuldigt.
So konnten wir dann die ersten Schritte im Freien in Australien machen. Und warm war es, obwohl es gerade mal um 8Uhr war bestimmt 25C. Tino wurde gleich in den Schatten zitiert, der ist ja wahnsinnig, wenn es ums braun werden geht.
Und dann warteten wir auf den Connectbus (ein Bus, bei dem man je nach Personenanzahl bezahlt und dann vor dem Hostel, Hotel oder sonst was direkt abgesetzt wird, ob das in unserem Fall wirklich billiger war wissen wir nicht).
Der Bus am und wir hatten einen sehr lustigen Fahrer, der von unserem Hostel zwar noch nie was gehört hatte, aber in jeder freien Minute versuchte genau zu erfahren wo es denn ist. Aber sein Lieblingsspruch war immer "slowly, slowly" und bei uns fügte er dann noch hinzu, wir werden schon ankommen. Andere Passagiere bekamen von ihm dann auch gleich noch ein paar Städtetipps, die wir gerne auch übernahmen und so wurde mein vorgestellter Sightseeingtag etwas umgeplant.
Aber so ganz Ahnung hatte er auch nicht. Er meinte nämlich, es sei gerade Foundations Day, wo James Cook oder der andere Australien entdeckt hatte. Wir sind bis jetzt davon ausgegangen, dass Labour Day ist, aber auch in der Stadt sprach alle Welt nur von Public Holidays...

Kurz nach neun waren wir dann in unserem Hostel, weil wir auch die ersten Gäste waren, die aussteigen durften.


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