Sonntag, 1. April 2012

Brenzlig


Als erstes wollten wir bei Kununurra noch einen Wanderweg machen, an dem es Aborigine—Zeichnungen geben sollte. Dieser Weg war nicht ausgeschildert und als wir ihn fanden völlig verwildert. Wir liefen durchs hohe Gras und zerkratzten uns die Beine, aber wir fanden einige Zeichnungen. Ich finde solch eine alte Kunst immer wieder faszinierend.
Die Weiterfahrt war eine kleine Zeitreise, denn wir passierten die Grenze zum Northern Territory und somit eine Zeitzone. Einenhalb Stunden mussten wir die Uhr vorstellen. Also einfach mal etwas Zeit von unserer Reise geklaut.
Wieder war ein Nationalpark auf dem Weg geschlossen, den ich vorher als Ziel ausgewählt hatte, und so hieß es wieder fahren, fahren, fahren.
Im Gregory Nationalpark konnten wir dann einen Walk machen. Die Luft war hier schon recht brenzlig, denn überall loderten kleine Bushfeuer.
Wir erstiegen eine Klippe und liefen dann an einer Felswand entlang. Wirklich ein einmaliges Panorama, die roten Felsen mit den Fächerpalmen, aber mit dem Teleobjektiv leider nicht festhaltbar.
Hier hatten wir dann weniger Probleme die Felsmalereien zu finden und bei einigen war durchaus auch Witz dabei.
Nach der zweistündigen Tour war es doch später als erwartet und so wollten wir zu einem Rastplatz an der Straße fahren. Schon auf dem Weg dorthin sahen wir, dass wir auf eine blaue Wand zufahren. Die Feuer waren hier deutlich größer und näher aneinander. Die Klimaanlage spuckte nur noch Qualm mit aus. Kein wirklich sicherer Ort zum Schlafen, besonders mit Gasflasche am Auto.
So fuhren wir notgedrungen im Dunkeln weiter und hatten wirklich Glück, dass wir nur ein paar Kröten mitnahmen.
Im Dunkeln fanden wir dann einen Platz und hatten diesen auch für uns alleine.

A flat one

Habt Glück der Flug von Darwin nach Melbourne war langweilig....

In Derby öffnen die Geschäfte wie überall zwar auch Sonntags, aber leider zu Zeiten, wo wir schon lange unterwegs sein wollten. Also beschlossen wir, dass wir alles wichtige haben. An diesem Tag wollten wir einige Kilometer schaffen und da die interessanten Nationalparks in der Regenzeit alle zu haben (auch einige, die sonst offen haben), schafften wir dieses Vorhaben besser als gedacht.
Wir hatten wieder einige Wasserdurchquerungen, wobei uns die heiße Straße einige Trugbilder brachte, die schlussendlich keine Wasserdurchfahrten bescherten.
Wir passierten Fitzroy Crossing, wo wir zu einer Schlucht fahren wollten, aber wir hätten einen Fluss durchqueren müssen, der leider einen Meter über der Straße stand. Bei einer Wattiefe von 70cm leider nicht möglich (laut Autovermietung 40cm und getraut hätten wir uns das bei 70 wahrscheinlich auch nicht).
Die Aborigine-Kinder schwammen hier im Fluss und signalisierten uns, dass es dort wohl kein durchkommen gibt.
Die beiden Orte Fitzroy Crossing und Halls Creek haben mehr aboriginal Bevölkerung als Zuwanderer. Leider haben beide Orte wohl größere Probleme zwischen den Kulturen zu vermitteln. Uns fiel das nicht auf, nur dass, in beiden Orten die Supermärkte und Tankstellen von Asisaten geführt werden.
In Halls Creek konnten wir dann noch die China Wall besuchen. Durch eine Gate, die man bitte schließen solle, fuhr man zu einer Mauer aus Quarz, die die Natur selbst „gezimmert“ hatte. Dafür war die Mauer schon sehr beeindruckend, wenn auch deutlich kleiner als die Richtige.
Zum Schlafen fuhren wir auf einen Rastplatz, auf dem auch 24h Camping erlaubt ist. Am Fluss fischten Aborigines und der schönste Platz war schon von einem Caravan belegt, aber wir fanden noch ein nettes Plätzchen.
Zum Sonnenuntergang liefen wir noch mal zum Fluss und fingen anschließend an zu kochen. Mittlerweile hatte sich ein weiterer PKW zu unserem Bushcamper gesellt.
Als die Kartoffeln fast durch und die Burger nur noch einen Hauch mussten, kamen zwei Aborigine-Frauen zu uns, ob wir einen Wagenheber hätten, sie haben ein „Flat One“. Also eine Reifenpanne. Es stellte sich heraus, dass sie selbst alles wichtige dabei hatten, nur generell Hilfe brauchten. Ein Auto mit vier Frauen und einem Kind hat eben nicht so viel Manneskraft zu bieten. Der junge Herr im PKW stellte sich als Schweizer heraus und wir versuchten gemeinsam unser Glück.
Die Schrauben waren so fest angezogen, dass die beiden Jungs fast am aufgeben waren. Die Frauen erzählten uns, dass es im August am schönsten hier ist und hofften dann, dass sie heute noch nach Hause kommen.
Tino gab nicht auf und hatte am Ende alle Schrauben gelöst. Der Reifen wurde gewechselt und Tino bekam ein anerkennendes „luv ya brotha!“ zugerufen.
Zum Essen gesellte sich der Schweizer dann zu uns und wir unterhielten uns übers Reisen und die Schweizer Armee.



Letzter Abend oder noch 7 Stunden bis zum Abflug

So leider habe ich es nicht regelmäßiger geschafft, zu schreiben und hänge dementsprechend hinterher. Unseren letzten Abend haben wir gerade im Kino verbracht und zum Abschluss ging es nochmal durch Darwins Innenstadt am Partyvolk (und der Swimsuit-Party) vorbei und etwas für den heimischen Balkon suchen gegangen.
Jetzt heißt es noch 5 Stunden bis zum Weckerklingel schlafen und dann auf zum Flughafen mit dem Shuttlebus. 
Wir schauen auf soooo tolle Wochen zurück und vermissen Australien jetzt schon.
Einige Fazits konnten wir auf unserer Reise sammeln:
1. Sonnenbrand kann man auch trotz 30+ Sonnencreme bekommen. Trotzdem wurde jeden Morgen fleißig gecremt und die Sonne, wenn es ging, gemieden.
2. Mücken kommen auch durch ein Fliegennetz.
3. Im Norden schwitzt man mehr (Tino hat heute drei Mal sein T-Shirt gewechselt- wäre ich nicht eingeschritten sicherlich auch ein viertes und fünftes Mal)
4. ein Bushcamper ist ein tolles Auto!( Mitsubishi Landcruiser soll ich noch hinzufügen- man kann auch im 5-Gang abbiegen und fast anfahren)
5. in Australien kann man definitiv jeden Tag ein neues Tier sehen
6. "closed due to seasonal conditions" - Schilder können uns mal
7. beim Tanken bekommt man immer ein Eis umsonst, wenn man weiß wie
8. deutsche Backpacker erkennt man eigentlich immer
9. Trotz Wetseason sieht man wenig wet
10. man kann super mit Zeitumstellungen umgehen, wenn man nur mit der Natur lebt.

==> Amaaaaaaaazing Tour!!!!

Ps: Falls ich bei unseren Flughafenaufenthalten (Melbourne 3h und Singapur nur zum Tanken) Lust und Zeit habe, liefere ich vielleicht ein paar Berichte nach ;)